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Universitätsklinikum Essen
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Forschung & Lehre

Spätfolgen bei Patienten nach Behandlung eines Retinoblastoms

Drittmittelförderung
Finanzielle Förderung durch die Deutsche Kinderkrebsstiftung 2009-2013 (DKS 2011.15)

Beschreibung des Projektes
Das Retinoblastom ist ein Augentumor, der im frühen Kindesalter auftritt. In Deutschland erkranken ca. 40 Kinder pro Jahr. Die Gesamtüberlebensrate ist mit über 95% sehr gut, aber viele Patienten sind lebenslang durch ein eingeschränktes Sehvermögen und Langzeitschäden der Therapie beeinträchtigt. Die Hälfte der Kinder, die an Retinoblastom erkranken, trägt eine genetische Veranlagung, die das Risiko erhöht, in der Kindheit mehrere Retinoblastome und später im Leben andere Tumore außerhalb des Auges zu entwickeln. Bei dem Großteil dieser Kinder sind beide Augen von der Erkrankung betroffen. In der Studie zu Spätfolgen nach Retinoblastom wurden alle Überlebenden nach Retinoblastombehandlung am UK Essen und Wohnsitz in Deutschland zu Nachuntersuchung eingeladen. Dies umfasste fast 1200 ehemalige Patienten. Das Projekt wurde in zwei Phasen durchgeführt, die sich über Alterskohorten definiert haben. In der ersten Phasen wurde das Kollektiv der Patienten, die zu Studienbeginn zwischen 7 und 18 Jahre (≥7 bis <18 Jahre) alt waren, untersucht und im Anschluss wurden in der zweiten Phase alle Überlebenden, die zum Studienstart ≥ 18 Jahre waren, eingeladen. Die Teilnehmer wurden ophthalmologisch untersucht, die Krankengeschichte wurde aktualisiert und mittels eines standardisierten Fragebogens wurden Angaben zur Lebensqualität und weitere Aspekte hinsichtlich der Langzeitfolgen der Re‐ tinoblastomtherapie erhoben. Darüber hinaus haben wir die Patienten über präventive Maßnahmen informiert.

Ziel des Projektes
Ziel des Projektes ist die Verbesserung der Langzeitprognose und Lebensqualität von Patienten mit Retinoblastom. Dazu werden langfristige Therapiefolgen verschiedener Behandlungsformen evaluiert und in Bezug auf das Zweittumorrisiko auch die individuelle genetische Krankheitsursache einbezogen.

Zusammenfassung der bisherigen Auswertungen
Die verschiedenen Behandlungsoptionen des Retinoblastoms variieren in ihren Erfolgsraten und im Spektrum der Langzeitfolgen. Für Kinder mit genetischer Veranlagung ist insbesondere das erhöhte Zweittumorrisiko von Bedeutung. Wir konnten zeigen, dass das Langzeitüberleben, die Inzidenz, Lokalisation und die Art der Zweittumor durch die Therapie des Retinoblastoms beeinflusst wird. Diese Erkenntnisse über den Einfluss von Faktoren auf die Inzidenz, Lokalisation und die Art von Zeitmalignomen sollen ein personalisiertes Screening in der onkologischen Nachsorge ermöglichen und dadurch die Früherkennung und die Prognose von Zweitmalignomen verbessern.

Aktuell laufende Auswertungen

  • Untersuchung der Lebensqualität bei Überlebenden nach Retinoblastomerkrankung
  • Untersuchung der unterschiedlichen Arten der Radiotherapie beim Retinoblastom

Publikationen aus dem Projekt

  1. Temming P, Arendt M, Viehmann A, Eisele L, Le Guin CH, Schundeln MM, Biewald E, Astrahantseff K, Wieland R, Bornfeld N, Sauerwein W, Eggert A, Jöckel KH, Lohmann DR (2017) Incidence of second cancers after radiotherapy and systemic chemotherapy in heritable retinoblastoma survivors: A report from the German reference center. Pediatr blood cancer 64 (1):71-80. doi:10.1002/pbc.26193
  2. Temming P, Arendt M, Viehmann A, Eisele L, Le Guin CH, Schundeln MM, Biewald E, Mausert J, Wieland R, Bornfeld N, Sauerwein W, Eggert A, Lohmann DR, Jöckel KH (2016) How Eye-Preserving Therapy Affects Long-Term Overall Survival in Heritable Retinoblastoma Survivors. J Clin Oncol 34 (26):3183-3188. doi:10.1200/JCO.2015.65.4012
  3. Temming P, Viehmann A, Arendt M, Eisele L, Spix C, Bornfeld N, Sauerwein W, Jöckel KH, Lohmann DR (2015) Pediatric second primary malignancies after retinoblastoma treatment. Pediatr blood  cancer 62 (10):1799-1804. doi:10.1002/pbc.25576

Verbundene Projekte

  • MRT Screening zur Früherkennung von Zweittumoren für Patienten mit erblichem Retinoblastom nach Bestrahlung (KAKS)
  • HIT Life –Spätfolgenuntersuchung bei kindlichen Hirntumoren (DKKS) (https://www.researchgate.net/project/HITLife-National-Childhood-Brain-Tumour-Survivor-Study-of-the-German-Childhood-Brain-Tumour-Consortium-HIT-Network)
  • GenSeC - Auswirkung von genetischen Faktoren auf die Inzidenz, Lokalisation und Histologie von Zweittumoren bei Patienten mit erblichem Retinoblastom (Wilhelm Sander-Stiftung)
  • NIRBTEST- New strategies to detect cancers in carriers of mutations in RB1: blood tests based on tumor-educated platelets, or exosomes  (Transcan-2, BMBF)

Antragsteller der Studie Spätfolgen RB Phase I und II

  • Prof. Dr. rer. nat. Karl‐Heinz Jöckel: Institut für Medizinische Informatik, Biometrie und Epi‐ demiologie Universitätsklinikum Essen
  • Prof. Dr. med. Dietmar R. Lohmann: Klinischen Forschergruppe (Clinical Research Group) Ophthalmologische Onkologie und Genetik, Institut für Humangenetik Universitätsklinikum, Essen
  • Prof. Dr. med. Norbert Bornfeld: Zentrum für Augenheilkunde Universitätsklinikum Essen
  • Prof. Dr. med. Angelika Eggert: Klinik für Kinderheilkunde III Hämatologie/Onkologie, Pulmologie, Kardiologie, Zentrum für Kinder‐ und Jugendmedizin Universitätsklinikum Essen
  • Prof. Dr. med. Wolfgang Sauerwein: Strahlenklinik, Universitätsklinikum, Essen

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